Home
Information
DSM-IV
ICD-10
Co-Abhängigkeit

Mailingliste
Bücher
Links
Texte

Kontakt
Gästebuch

Disclaimer

     

Klassifikation nach DSM-IV

Nach dem Diagnostischen und Statistischen Manual (DSM-IV) definiert sich eine Borderline-Störung wie folgt:

Ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten, sowie von deutlicher Impulsivität. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter, und die Störung manifestiert sich in den verschiedenen Lebensbereichen. Mindestens 5 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:

  1. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).

  2. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).

  3. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.

  4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmißbrauch, rücksichtsloses Fahren, ,,Freßanfälle") vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 3 enthalten sind.

  5. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung auf mindestens zwei Gebieten: Selbstbild, sexuelle Orientierung, Karrierewahl oder auch andere langfristige Ziele, Freundschaften, Wertvorstellungen. Menschen mit Borderline wissen vielleicht noch niecht einmal wer sie wirklich sind, was sie denken, welcher Meinung sie sind oder welcher Religion sie angehören sollen. Stattdessen versuchen Sie dem zu entsprechen, was andere Menschen von ihnen erwarten.

  6. Chronische Gefühle von Leere und Langeweile.

  7. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.

  8. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 3 enthalten sind. Spaltung: sich selbst und andere entweder als vollständig "gut" oder vollständig "böse" betrachten. Wechseln zwischen Nähe und Distanz: Ich hasse Dichm verlaß' mich nicht! Große Schwierigkeiten, Menschen und sich selbst zu vertrauen und zu glauzben. Empfindlich gegenüber Kritik oder Zurückweisung. Das Gefühl ohne eine andere Person nicht überleben zu können. Extremes Bedürfnis nach Liebe und Zuneigung. Manche Borderline-Betroffenen verfügen über ein ungewöhnlich hohes Maß an Sensibilität, Einsicht und Einfühlungsvermögen.

  9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome. Dies bedeutet unter anderem Gefühle von "nicht mehr im eigenen Körper sein" oder nicht mehr in der Lage zu sein, sich zu erinnern, was man gesagt oder getan hat. Dies tritt insbesondere in Zeiten hohen Stresses auf.


Weitere Eigenschaften von Borderline-Betroffenen

Folgende Eigenschaften werden bei Borderline-Betroffenen beobachtet, dienen aber nicht als Klassifikationsmerkmal für die Erkrankung. Die im folgenden genannten Merkmale können, müssen aber nicht bei allen Betroffenen in jeder Ausprägung auftreten:

  1. Borderline-Betroffene sind oft sehr intelligent, gewitzt, charmant, lustig und Partylöwen.

  2. Sie haben oft Probleme mit der Objekt-Konstanz. Wenn sie von einer Person auch nur kurzzeitig verlassen werden, können sie Probleme dabei haben Gefühle der Liebe und Zuneigung nachzuspüren oder zu empfinden, die zwischen ihnen und der anderen person bei deren Anwesenheit existiert haben. Borderline-Betroffene möchten oft einen Gegenstand, der der geliebten Person gehört, in Zeiten der Trennung bei sich behalten.

  3. Sie haben ständig Probleme ein Alleinsein - auch nur für kurze Zeit - zu tolerieren.

  4. Der Borderline-Lebenslauf kann eine chaotische Aneinanderreihung von Arbeitsplatzverlusten, abgebrochenen Berufsausbildungen, abgebrochene Beziehungen und Klinikaufenthalten sein.

  5. Bei vielen finden sich in der Kindheit physische, psychische und sexuelle Mißbrauchsmuster oder emotionaler Mißbrauch, sowie physische und emotionale Vernachlässigung.

Adaptiert,zusammengefaßt und übersetzt von M.-A. Golombeck aus: American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders: DSM-IV. 4th ed. Washington: 1994

 
             

 

Erstellt von Dipl.-Phys. M.-A. Golombeck - Letzte Änderung am: 1.7.2003 - email an den Webmaster