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Klassifikation nach DSM-IV
Nach dem Diagnostischen
und Statistischen Manual (DSM-IV) definiert sich eine Borderline-Störung
wie folgt:
Ein tiefgreifendes Muster
von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in
den Affekten, sowie von deutlicher Impulsivität. Der Beginn liegt im
frühen Erwachsenenalter, und die Störung manifestiert sich in den
verschiedenen Lebensbereichen. Mindestens 5 der folgenden Kriterien müssen
erfüllt sein:
-
Affektive
Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung
(z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese
Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige
Tage andauern).
-
Unangemessene, heftige
Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige
Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche
Auseinandersetzungen).
-
Wiederholte suizidale
Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder
Selbstverletzungsverhalten.
-
Impulsivität in
mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben,
Sexualität, Substanzmißbrauch, rücksichtsloses Fahren,
,,Freßanfälle") vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte:
Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen
berücksichtigt, die in Kriterium 3 enthalten sind.
-
Identitätsstörung: ausgeprägte und
andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung auf
mindestens zwei Gebieten: Selbstbild, sexuelle Orientierung, Karrierewahl oder
auch andere langfristige Ziele, Freundschaften, Wertvorstellungen. Menschen mit
Borderline wissen vielleicht noch niecht einmal wer sie wirklich sind, was sie
denken, welcher Meinung sie sind oder welcher Religion sie angehören
sollen. Stattdessen versuchen Sie dem zu entsprechen, was andere Menschen von
ihnen erwarten.
-
Chronische Gefühle
von Leere und Langeweile.
-
Ein Muster instabiler,
aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel
zwischen den beiden Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet
ist.
-
Verzweifeltes
Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.
Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen
berücksichtigt, die in Kriterium 3 enthalten sind. Spaltung: sich selbst
und andere entweder als vollständig "gut" oder vollständig
"böse" betrachten. Wechseln zwischen Nähe und Distanz: Ich hasse
Dichm verlaß' mich nicht! Große Schwierigkeiten, Menschen und sich
selbst zu vertrauen und zu glauzben. Empfindlich gegenüber Kritik oder
Zurückweisung. Das Gefühl ohne eine andere Person nicht
überleben zu können. Extremes Bedürfnis nach Liebe und
Zuneigung. Manche Borderline-Betroffenen verfügen über ein
ungewöhnlich hohes Maß an Sensibilität, Einsicht und
Einfühlungsvermögen.
-
Vorübergehende,
durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere
dissoziative Symptome. Dies bedeutet unter anderem Gefühle von "nicht mehr
im eigenen Körper sein" oder nicht mehr in der Lage zu sein, sich zu
erinnern, was man gesagt oder getan hat. Dies tritt insbesondere in Zeiten
hohen Stresses auf.
Weitere Eigenschaften von
Borderline-Betroffenen
Folgende Eigenschaften
werden bei Borderline-Betroffenen beobachtet, dienen aber nicht als
Klassifikationsmerkmal für die Erkrankung. Die im folgenden genannten
Merkmale können, müssen aber nicht bei allen Betroffenen in jeder
Ausprägung auftreten:
-
Borderline-Betroffene
sind oft sehr intelligent, gewitzt, charmant, lustig und
Partylöwen.
-
Sie haben oft Probleme
mit der Objekt-Konstanz. Wenn sie von einer Person auch nur kurzzeitig
verlassen werden, können sie Probleme dabei haben Gefühle der Liebe
und Zuneigung nachzuspüren oder zu empfinden, die zwischen ihnen und der
anderen person bei deren Anwesenheit existiert haben. Borderline-Betroffene
möchten oft einen Gegenstand, der der geliebten Person gehört, in
Zeiten der Trennung bei sich behalten.
-
Sie haben ständig
Probleme ein Alleinsein - auch nur für kurze Zeit - zu tolerieren.
-
Der
Borderline-Lebenslauf kann eine chaotische Aneinanderreihung von
Arbeitsplatzverlusten, abgebrochenen Berufsausbildungen, abgebrochene
Beziehungen und Klinikaufenthalten sein.
-
Bei vielen finden sich
in der Kindheit physische, psychische und sexuelle Mißbrauchsmuster oder
emotionaler Mißbrauch, sowie physische und emotionale
Vernachlässigung.
Adaptiert,zusammengefaßt und übersetzt von M.-A. Golombeck aus:
American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental
Disorders: DSM-IV. 4th ed. Washington: 1994 |
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