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Informationen zur Borderline-Störung

Keine Erkrankung ist so umstritten, wie das Bild der Borderline-Störung. Sie steht im Ruf, oftmals nur als eine Verlegenheitsdiagnose von ratlosen Ärzten gestellt zu werden. Erklärungen und Definitionen in Fachbüchern, die die Borderline-Störung als eine alternierende Störung auf der Grenzlinie zwischen Psychose und Neurose beschreiben, helfen nicht wirklich weiter.

Interessanterweise sind die Borderline-Störung oder das "Borderline-Syndrom" keine Begriffe aus den letzten 20 Jahren. Sie ist vielmerh eine Erscheinung, die schon vor über 100 Jahren diskutiert und zu ordnen versucht wird. Schon im Jahre 1884 wurde der Begriff "Borderland" von dem englischen Psychiater Hughes verwendet, fast zehn Jahre bevor 1893 Kraepelin mit den Begriffen "Dementia paranoides", "Dementia praecox" und "Katatonie" einführte aus denen sich 1907 der Begriff "Schizophrenie" entwickelte (Bleuler). Der Begriff "Borderline" ist somit keinesfalls eine "Modeerscheinung". Über viele Jahre wurden der Borderline-Störung viele Begriffe und Gesichter aufgesetzt. Erst im Jahre 1980 wurde mit der Neuauflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals (DSM) in der Version III die Diagnose "Borderline" eine offizielle psychiatrische Krankheitsdiagnose.

Hier in Kürze einige Fakten über die Borderline-Störung :

  • Die Borderline-Störung zählt zu den sogenannten "emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen". Diese zeichnen sich durch schnelle, explosive Stimmungsschwankungen aus. Sie treiben den Betroffenen von höchsten Glücksgefühlen in tiefe Depressionen. Längere Zeit von Zufriedenheit sind fremd, häufig treten Gefühle der chronischen Leere und/oder Langeweile auf.

  • In einem Tief neigt die Person z.B. zu einer Vielzahl impulsiver, selbstzerstörischer Handlungen. Dazu zählen u. a. Drogen- und Alkoholmißbrauch, Magersucht, Bulimie, Geldverschwendung bei sinnlosen Einkäufen, Selbstverstümmelung oder Selbstmordversuche.

  • Grundlegend fehlt die eigene Selbstidentität. Die Welt der Borderline-Persönlichkeit ist in "schwarz" oder "weiß" - "gut" und "böse" geteilt. Es gibt keine Abstufung, keine Grauzone. Diese Verhalten wird als Spaltung bezeichnet.

In den aktuellen Ausgaben des Diagnostischen und Statistischen Manuals (DSM-IV) und der International Classification of Diseases (ICD-10) finden sich die festgelegten Kriterien, welche eine Diagnose ,"Borderline-Persönlichkeitsstörung" rechtfertigen.

Um mehr Informationen über die DSM-IV oder die ICD-10 zu erhalten, folgen Sie den Links auf dieser Seite. Weiterhin finden Sie Informationen über "Co-Abhängigkeit", einer Form einer psychischen Erkrankung, die durch die Angehörigen von Alkoholabhängigen bekannt wurde. Allerdings ist dieses "Krankheitsbild" auch bei vielen anderen Angehörigen der verschiedensten Abhängigkeitserkrankungen zu finden - auch bei Angehörigen von Borderline-Betroffenen. Trotz eindeutiger diagnostischer Merkmale fällt die Anerkennung als "Co-Abhängiger" oder als "Co-Borderliner" bei psychiatrischen und psychologischen Fachkräften immer noch sehr schwer. Angehörige von Borderline-Betroffenen leiden oftmals an eigenen Problemen, die mit anderen Angehörigen viele Parallelen aufweisen. In Betrachtung der heutzutage anerkannten "Co-Abhängigkeit" bei Alkoholkranken kann nun eine Übertragung und Definition von "Co-Borderline" versucht werden.

Der Fundus an Informationen auf dieser Webseite ist noch relativ gering und kann nur einen kleinen Einblick in die Borderline-Problematik ermöglichen. Ich verweise daher auf die Linksammlung, die die einschlägigen Internetquellen aufzeigt.

 
             

 

Erstellt von Dipl.-Phys. M.-A. Golombeck - Letzte Änderung am: 1.7.2003 - email an den Webmaster